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16.05.2018 16:13

Vogelstimmenwanderung für Erwachsene 2006

Mehr als 50 Vogelarten in der Gemarkung Griedel bestimmt.

Der Vorsitzende der Natur- und Vogelschutzgruppe Griedel Horst Balzter konnte am Sonntag, bei herrlichem Wetter, 32 Naturfreunde begrüßen, die sich an der Wetterbrücke in Griedel eingefunden hatten, um an der Vogelstimmenwanderung teilzunehmen.

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Vogelstimmenexperte Ludwig Repp machte zu Beginn deutlich, dass nicht nur der Gesang, sondern auch Aussehen und Lebensraum der Vögel für ihre Bestimmung eine wichtige Rolle spielen. Während die Lock-, Warn- und Drohrufe meist das ganze Jahr über zu hören sind, ist der Gesang der Männchen an eine bestimmte Jahreszeit gebunden, bei den meisten Singvögeln an das Frühjahr. Er dient in erster Linie der Verteidigung und Abgrenzung des Reviers oder der Anlockung eines Weibchens. Aber auch in der Brutzeit lässt das Vogelmännchen seinen Gesang erschallen - eine Art der Absprache und Synchronisation. Der Beobachtungsplatz an der Wetterbrücke ist ein Geheimtipp für Vogelliebhaber, kann man doch hier auf engstem Raum eine Vielzahl von Vogelarten beobachten. Durch die umfangreichen Bauarbeiten der neuen Abwasserleitung wird das Leben in der Natur dieses Jahr etwas behindert. Einige Vogelarten wurden jedoch hier beobachtet. Direkt über der Wasseroberfläche flog die Wasseramsel mit ihrem überwiegend dunkelbraunen Gefieder und der weißen Brust und Kehle, der einzige Singvogel übrigens, der schwimmen und tauchen kann. In den Bäumen der Insel beschäftigten sich Ringeltauben mit ihrem Nestbau. Kleiber suchten die Baumstämme nach Essbarem ab. Im Gebüsch schmetterte der kleine Zaunkönig sein klangvolles Lied. Selbstverständlich waren auch Buchfinken, Haussperlinge und Dohlen zu beobachten. Am Himmel zeigten Mauersegler sowie Rauch- und Mehlschwalben ihre Flugkünste. Der erste Teil der Route führte auf dem Naturlehrpfad an der Wetter entlang. Reges Leben herrschte an den aufgehängten Nisthilfen. Kohlmeisen und Blaumeisen schleppten unermüdlich Nistmaterial ein. Ein Wacholderdrossel-Paar war bei der Fütterung ihrer Jungen im Nest sehr gut zu beobachten. Weitere wichtige Biotope mit ganz anderen Vogelarten waren auf dem Wingertberg mit seinen Streuobstbeständen, seiner Heckenlandschaft und seinem Wäldchen zu finden. Beeindruckt waren die Exkursionsteilnehmer vor allem vom abwechslungsreichen und wohlklingenden Gesang der Nachtigall, der aus den Gebüschen neben dem Weg gleich mehrfach zu hören war. Monoton schmetternde und kristallklare, flötende Touren wechselten sich ab mit einem tiefen, harten „tjuck tjuck“ und zirpenden Teilen, gefolgt vom langen, crescendomäßig anschwellenden Schluchzen. Doch so nah die etwa sperlingsgroße braune Nachtigall auch war, hatte sie sich so gut versteckt, dass niemand sie zu Gesicht bekam. Aber auch alle vier Grasmückenarten konnten bestimmt werden. Immer wieder ein Anlaufpunkt wegen ihrer Einmaligkeit und Seltenheit sind die Erdhöhlen der Uferschwalben an einem sandigen Steilhang des Kalksandsteinwerks. Vom gegenüberliegenden Hang aus konnte die ganze Gruppe das geschäftige Treiben der Kolonie der Uferschwalben beobachten, die in den 60 - 100 cm tiefen Höhlen brüten. Begleitet von dem Gesang der Feldlerchen führte der Weg von den Uferschwalben zum Rand des Schilfgebietes. Hier wartete eine Überraschung auf die Teilnehmer. In geringer Entfernung wurde ein Rohrweihenmännchen bei dem Sammeln von Nistmaterial beobachtet. Über den Köpfen der Beobachter flog der herrlich gezeichnete Vogel mit langen Halmen im Schnabel zu seinem Nest. Der letzte Teil des Weges führte entlang der Wetter auf dem Naturlehrpfad zurück zum Dorftreff. Wie Ludwig Repp in seinem abschließenden Resümee bemerkte, waren es immerhin mehr als 45 Vogelarten, deren Vorhandensein auf der Vogelstimmenwanderung festgestellt werden konnte. Der Vorsitzende der Gruppe, Horst Balzter, bedankte sich bei ihm für eine von Sachkenntnis und der Liebe zur Vogelwelt getragene Veranstaltung, die für alle Teilnehmer ein Gewinn war. Im Dorftreff wurden die ausgestellten Präparate und die Tafel zum Naturlehrpfad ausgiebig betrachtet. Anschließend saß die Gruppe noch lange bei Diskussionen und Gesprächen zusammen und stärkte sich dabei mit Würstchen, Kuchen und Getränken, die von den Familien Schwab und Schreiber angeboten wurden.