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27.09.2018 18:05

Vogelstimmenwanderung 2008

Pirol und Nachtigallen erfreuten mit ihrem Gesang 14 Naturfreunde

Bei Vogelstimmenwanderung in Griedel wurden mehr als 48 Vogelarten bestimmt


Der Vorsitzende der Natur- und Vogelschutzgruppe Griedel, Horst Balzter, konnte am Sonntag bei zunächst herrlichem Wetter 14 Naturfreunde begrüßen, die sich an der Wetterbrücke in Griedel eingefunden hatten, um an der Vogelstimmenwanderung teilzunehmen.


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Vogelstimmenexperte Ludwig Repp machte zu Beginn deutlich, dass nicht nur der Gesang, sondern auch Aussehen und Lebensraum der Vögel für ihre Bestimmung eine wichtige Rolle spielen. Während die Lock-, Warn- und Drohrufe meist das ganze Jahr über zu hören sind, ist der Gesang der Männchen an eine bestimmte Jahreszeit gebunden, bei den meisten Singvögeln an das Frühjahr. Er dient in erster Linie der Verteidigung und Abgrenzung des Reviers oder der Anlockung eines Weibchens. Aber auch in der Brutzeit lässt das Vogelmännchen seinen Gesang erschallen - eine Art der Absprache und Synchronisation.

Der Beobachtungsplatz an der Wetterbrücke ist ein Geheimtipp für Vogelliebhaber, kann man doch hier auf engstem Raum eine Vielzahl von Vogelarten beobachten. Am Ufer fütterte eine Gebirgsstelze ihre ausgeschlüpftes Junges. In den Bäumen der Insel beschäftigten sich Ringeltauben mit ihrem Nestbau. Im Gebüsch schmetterte der kleine Zaunkönig sein klangvolles Lied. Selbstverständlich waren auch Buchfinken, Haussperlinge und Dohlen zu beobachten. Am Himmel zeigten Mauersegler sowie Rauch- und Mehlschwalben ihre Flugkünste.

Der erste Teil der Route führte auf dem Naturlehrpfad an der Wetter entlang. Reges Leben herrschte an den aufgehängten Nisthilfen. Kohlmeisen und Blaumeisen schleppten unermüdlich Nistmaterial ein. Als Höhepunkt hörte man ganz aus der Nähe einen Pirol, zu sehen bekam man ihn leider nicht. Vom Unwetter waren einige Bäume umgeweht und erschwerten die Wanderung.

Weitere wichtige Biotope mit ganz anderen Vogelarten waren auf dem Wingertberg mit seinen Streuobstbeständen, seiner Heckenlandschaft und seinem Wäldchen zu finden. Beeindruckt waren die Exkursionsteilnehmer vor allem vom abwechslungsreichen und wohlklingenden Gesang von Nachtigallen, die aus den Gebüschen neben dem Weg gleich mehrfach zu hören waren. Monoton schmetternde und kristallklare, flötende Touren wechselten sich ab mit einem tiefen, harten „tjuck tjuck“ und zirpenden Teilen, gefolgt vom langen, crescendomäßig anschwellenden Schluchzen. Doch so nah die etwa sperlingsgroße braune Nachtigall auch war, hatte sie sich so gut versteckt, dass niemand sie zu Gesicht bekam. Aber auch alle vier Grasmückenarten konnten bestimmt werden.

Dank der freundlichen Genehmigung der Quarzwerke wollte die Gruppe das weitläufige Abbaugebiet besichtigen. Leider spielte nun das Wetter nicht mit und nachdem ein Teilnehmer tief in den trügerischem Sand-/Wassergemisch einsackte, wurde die Route kurzerhand geändert. Die letzte Etappe der Wanderung führte entlang der Wetter auf dem Hufeisenweg zurück zum Dorftreff.

Wie Ludwig Repp in seinem abschließenden Resümee bemerkte, waren es diesmal mehr als 48 Vogelarten, deren Vorhandensein auf der Vogelstimmenwanderung festgestellt werden konnte. Der Vorsitzende der Gruppe, Horst Balzter, bedankte sich bei ihm für eine von Sachkenntnis und der Liebe zur Vogelwelt getragene Veranstaltung, die für alle Teilnehmer ein Gewinn war. Im Dorftreff wurden die ausgestellten Präparate und die Tafel zum Naturlehrpfad ausgiebig betrachtet. Anschließend saß die Gruppe noch bei Diskussionen und Gesprächen zusammen und stärkte sich dabei mit Würstchen, Kuchen und Getränken, die von Familie Horst Schreiber und J.Golgowski angeboten wurden.