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27.09.2018 18:05

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Wasseramsel, Nachtigall und Grünspecht erfreuten 27 Naturfreunde mit ihrem Gesang

Bei Vogelstimmenwanderung in Griedel wurden 50 Vogelarten bestimmt

Der Vorsitzende der Natur- und Vogelschutzgruppe Griedel, Horst Balzter, konnte am Freitag, den 1. Mai um 7.00 Uhr 27 Naturfreunde begrüßen, die sich an der Wetterbrücke in Griedel eingefunden hatten, um an der Vogelstimmenwanderung teilzunehmen. Vogelstimmenexperte Ludwig Repp machte zu Beginn deutlich, dass nicht nur der Gesang, sondern auch Aussehen und Lebensraum der Vögel für ihre Bestimmung eine wichtige Rolle spielen. Während die Lock-, Warn- und Drohrufe meist das ganze Jahr über zu hören sind, ist der Gesang der Männchen an eine bestimmte Jahreszeit gebunden, bei den meisten Singvögeln an das Frühjahr. Er dient in erster Linie der Verteidigung und Abgrenzung des Reviers oder der Anlockung eines Weibchens. Aber auch in der Brutzeit lässt das Vogelmännchen seinen Gesang erschallen - eine Art der Absprache und Synchronisation.

Der Beobachtungsplatz an der Wetterbrücke ist ein Geheimtipp für Vogelliebhaber, kann man doch hier auf engstem Raum eine Vielzahl von Vogelarten beobachten. Am Ufer suchten Bachstelzen nach Nahrung, in den Bäumen der Insel sang ein Bluthänfling, die Wasseramsel stattete der Gruppe einen kurzen Besuch ab und auch der Eisvogel rauschte schnell vorbei. Im Gebüsch schmetterte der kleine Zaunkönig sein klangvolles Lied. Am Himmel zeigten Mauersegler sowie Rauch- und Mehlschwalben ihre Flugkünste.

Der erste Teil der Route führte zum Blick auf den Storchenmast. Beeindruckt waren die Exkursionsteilnehmer vor allem vom abwechslungsreichen und wohlklingenden Gesang von Nachtigallen, die aus den Gebüschen neben dem Weg gleich mehrfach zu hören waren. Für viele Teilnehmer war es das erste Mal, dass sie eine Nachtigall aus nächster Nähe bei ihrem Gesang beobachten konnten. Monoton schmetternde und kristallklare, flötende Touren wechselten sich ab mit einem tiefen, harten „tjuck tjuck“ und zirpenden Teilen, gefolgt vom langen, crescendomäßig anschwellenden Schluchzen. Aber auch Garten- und Mönchsgrasmücke konnten bestimmt werden. Zum Höhepunkt flog der Weißstorch mit dem Schnabel voller Nistmaterial über die Köpfe der Teilnehmer hinweg zu seinem Partner auf den Horst. Anschließend ging es weiter über den Wingertberg. Dort finden sich wichtige Biotope in den Streuobstbeständen, Heckenlandschaften und Wäldchen. Reges Leben herrschte vor allem in den Bäumen. Zilpzalp, Fitis, Feldsperlinge und Dohlen sangen neben den fliegenden rau tschackernden Wacholderdrosseln.

Wie Ludwig Repp in seinem abschließenden Resümee bemerkte, waren es diesmal 49 Vogelarten, deren Vorhandensein auf der Vogelstimmenwanderung festgestellt werden konnte. Der Vorsitzende der Gruppe, Horst Balzter, bedankte sich bei ihm für eine von Sachkenntnis und der Liebe zur Vogelwelt getragenen Veranstaltung, die für alle Teilnehmer ein Gewinn war. Im Dorftreff saß die Gruppe noch bei Diskussionen und Gesprächen zusammen und stärkte sich dabei mit belegten Brötchen, Kuchen und Getränken, die von den Damen der Vogelschutzgruppe angeboten wurden. Beim Verlassen der Veranstaltung überflog der Rotmilan die Köpfe der Besucher und machte so zum Abschluss die 50 auf der Artenliste voll.